Patrozinien

Beschreibung der drei möglichen Patrozinien

Mit der Gründung unserer neuen Pfarrei werden wir ein übergreifendes Patrozinium erhalten.

Sie haben Ende Mai die Gelegenheit, aus diesen drei Vorschlägen für das Patrozinium zu votieren, das Sie für unsere künftige Pfarrei am besten geeignet halten: Abgestimmt werden kann nach allen Gemeindegottesdiensten am 29./30. Mai 2021 und am 05./06. Juni 2021.

 

Caecilia

* um 200 in Rom / † um 230 (?) in Rom

Gebotener Gedenktag, 22. November

 

Caecilia soll eine adlige Römerin gewesen sein, die sich schon als Kind allein Christus angetraut fühlte. Die Eltern verheirateten sie mit dem heidnischen Jüngling Valerianus. Valerianus gestand Caecilia die Unberührtheit zu. Sie bewog ihn, sich taufen zu lassen. Valerianus kam zum Glauben und wurde getauft.

Als Valerianus und sein Bruder Tiburtius verbotenerweise die Leichen von hingerichteten Christen beerdigten, wurden sie gefangen genommen und enthauptet. Caecilia begrub die Männer; der Präfekt Almachius ließ auch Caecilia enthaupten, er soll es aber nicht geschafft haben, den Kopf der halsstarrigen Caecilia abzuschlagen; die schwer Verwundete lebte noch drei Tage und wurde dann - gekrümmt, wie sie zuletzt lag - beigesetzt.

Die Frage nach der historischen Existenz der Caecilia und den Ursprüngen ihrer Verehrung sind offen, sie ist nach heutigem Stand der Forschung rein legendarisch.

Caecilia ist eine volkstümliche Heilige. Bekannt ist Caecilia als Nothelferin und seit dem Spätmittelalter als Patronin der Kirchenmusik. Dieses Patronat verdankt sie einem Übersetzungsfehler, nach dem sie auf ihrer Hochzeit selbst die Orgel gespielt haben soll.

 

Aus den Begründungen für den Vorschlag:

Die Verkündigung ist ein zentrales Anliegen unserer Kirche. Kaum etwas bringt das Wort zum Klingen, öffnet die Ohren und erreicht Herz und Seele besser als die Kirchenmusik: „Wer singt betet doppelt.“ Musik stärkt die Gemeinschaft in der neuen Pfarrei, ist Ausdruck der Freude und des Glaubens.

Kirchenmusik ermöglicht die aktive Mitgestaltung der Liturgie und ein religiöses Selbstbewusstsein.

Caecilias mutiges Selbstbewusstsein steckte Ehemann und Bruder mit ihrer religiösen Lebenshaltung an und überzeugte sie.

Christi Auferstehung

Hochfest, variables Datum

 

Ostern ist das älteste und das höchste Fest der Christenheit. Es feiert das tiefste Geheimnis unseres Glaubens: die Auferstehung Christi. Seine Wurzeln liegen im jüdischen Pessach-Fest.

Bis zum 3. Jahrhundert feierte man Ostern als einen Festtag, im 3. Jahrhundert wurde dann die Woche vorher, die Karwoche, als Vorbereitungszeit zur Fastenzeit; im 4. Jahrhundert wurden die drei heiligen Tage von Gründonnerstag Abend bis Ostersonntag Morgen als Höhepunkt des Kirchenjahres eingeführt.

Das 1. Konzil von Nicäa legte fest, dass der Ostersonntag am 1. Sonntag nach dem 1. Vollmond nach Frühlingsanfang gefeiert wird. Daraus ergibt sich, dass der Ostersonntag frühestens am 22. März, spätestmöglich am 25. April stattfindet.

 

Aus den Begründungen für den Vorschlag:

Dieses Patrozinium zielt ins Zentrum des christlichen Glaubens - wir müssen, dürfen, wollen den Kern unseres Glaubens den Menschen weitergeben: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir.“

Christi Auferstehung geht immer einher mit dem Auftrag an Menschen, die gute Botschaft weiterzusagen, zu verkünden: beauftragt sind die erste Auferstehungszeugin Maria von Magdala („Geh und sage meinen Brüdern…”), die Apostel, später Paulus und letztlich die Getauften aller Generationen und so auch heute wir Christinnen und Christen rund um den Funkturm.

Die frohe Botschaft von der Auferstehung erfüllt auch unser eigenes Leben mit Hoffnung: Mit der Taufe sind wir mit dem gesamtem Leben Christi verbunden. Mit seinem Tod und seiner Auferstehung schenkt er uns die Verheißung, dass auch wir mit ihm auferstehen werden - diese Hoffnung treibt uns, unsere Stadt und unsere Welt in Gottes Sinn mitzugestalten.

Die Feier des Osterfestes verbindet uns in ökumenischer Geschwisterlichkeit über alle Konfessionsgrenzen hinweg.

Katharina von Siena

* 25. März 1347 in Siena in Italien / † 29. April 1380 in Rom

Gebotener Gedenktag, 29. April

 

Katharina wurde als 24. Kind eines wohlhabenden Färbers geboren. Es war eine Zeit der Bürgerkriege und Familienfehden; der Papst residierte in Avignon. Früh hatte sie eine intensive Beziehung zu Gott. 1363 trat Katharina gegen den Willen ihrer Eltern in den Dritten Orden der Dominikaner ein und lebte zunächst äußerst zurückgezogen. Ihre radikale Gottsuche faszinierte andere Männer und Frauen, die sich ihr anschlossen. Nach einer Vision gab sie ihr zurückgezogenes Leben auf und widmete sich mit äußerster Hingabe der Pflege von Kranken und Armen. Sie war bewegt von Gott und suchte deswegen die Nähe zu den Menschen. Sie wurde von den Menschen ernst genommen, denen sie Briefe schrieb. So konnte sie zu Friedensschlüssen beitragen oder immer wieder auch Gehör beim Papst finden. Zeit ihres Lebens ließ Katharina sich von nichts und niemandem aufhalten und war nur einem verpflichtet: Gott selber. 1376 reiste Katharina nach Avignon und bewirkte, dass der Papst nach Rom zurückkehrte. Die letzten Jahre ihres Lebens musste Katharina das Scheitern ihrer Hoffnungen auf Kirchenreform erleben.

Ihr Leben zeigt jedoch, dass es darauf ankommt, sich einzusetzen, wofür man brennt. Dabei fand sie auch scharfe Worte und stand zu ihrer Meinung. Sie zeigt uns auch, dass es sich lohnt, hartnäckig zu sein und im Guten nicht nachzulassen.

 

Aus den Begründungen für den Vorschlag:

Als Drittordensfrau steht Katharina auf der Schwelle zwischen Ordensleben und „Welt“. Als unermüdliche und mutige Reformerin ist sie auch vor unüberwindbar scheinenden kirchlichen Mauern und Einstellungen nicht zurückgeschreckt. Ihr Einsatz war immer auf Frieden hin ausgerichtet. Als Frau mit Sinn für das Gemeinwesen waren lebenspraktische Lösungen für sie wichtig, ihre Motivation und Kraft schöpfte sie aus einer innigen Gottesbeziehung. Ihre Kraftquelle und ihr Einsatz können uns heute Vorbild sein. Als Kirchenlehrerin kann sie uns eine gute Glaubens-Lehrmeisterin sein.