Meldung

Gottesdienst im Lockdown

Gottesdienste während des momentanen Lockdowns sind der Diskussion des „Für und Wider“ ausgesetzt. 

Diese Diskussionen scheinen verständlich, da viele Schließungen in Frage gestellt werden, doch muss man auch das Blickfeld wahren. Stimmen von außen können es einfach nur schwer beurteilen.

Im Frühjahr 2020 überraschte uns im ersten Lockdown das Verbot, Gottesdienste zu feiern. Es war kurz vor Ostern, ein großes Fest der Christenheit, und wie sollten wir dieses Fest ohne Gottesdienst feiern?

Fragen stellten sich, wie gehen wir damit um, wie erreichen wir die Menschen, die schon eine schwierige Zeit der Isolierung hinnehmen mussten, und dann noch ohne Gottesdienst?

Was machen wir, wie bringen wir besonders den alten und kranken Menschen Ostern nach Hause, wie zeigen wir Ihnen, dass wir sie in dieser schweren Zeit nicht vergessen?

Die alten Menschen waren das Problem, die Jungen und ihre Familien konnten wir leichter über die Medien erreichen, ihnen die Angebote vermitteln, wie Ostern in ihre Haushalte kommen konnte.

Wir haben uns aufgemacht und haben den alten und kranken Menschen gesegnete Osterkerzen und eine Osterbotschaft nach Hause gebracht.

In allen Pfarreien war das Problem dasselbe und viele ließen sich etwas einfallen. Doch man erkannte auch die Not, die Ängste, die Einsamkeit der Menschen. Es war keine schöne Zeit, obwohl uns klar war, dass die Maßnahmen notwendig waren.

Nun kam der 2. Lockdown. Ich war sehr froh, dass die Kirchen offenblieben, um Gottesdienste zu feiern. Wir erleben es, die Menschen kommen.

Die Hygienekonzepte in unserer Gemeinde sind nach den Vorgaben des Bistums und des Senates aufgestellt. Bei uns in St. Karl Borromäus und Salvator sind zu allen Gottesdiensten zwei Helferinnen vor Ort, die darauf achten, dass die Konzepte zum Schutz der Menschen umgesetzt werden, und man sieht, dass die Gottesdienstbesucher Vertrauen in diese Konzepte haben. Die Gottesdienste sind gut besucht in beiden Kirchen, Salvator und Borromäus. Erfreulich ist, dass die Besucher altersmäßig gemischt sind, Jung und Alt, Familien mit Kindern.

Es werden in der Woche Gottesdienste angeboten, die auch für diejenigen ein Angebot sind, die es an den Sonntagen lieber meiden, zur Kirche zu gehen. Außerdem stehen in unserer Gemeinde die Kirchen täglich offen für das Gebet. 

Die Aufregung unter den Menschen hat abgenommen. Sie haben Kontakte und die Einsamkeit ist nicht so groß. Wir erleben eine gewisse Erleichterung, denn sie sind in der Gemeinschaft, die Menschen sehen sich und können mit gewissem Abstand einige Worte wechseln. Man merkt, es tut gut, mit den Anderen gemeinsam Gottesdienst zu erleben, gemeinsam zu beten, wahrgenommen zu werden.

Es tut gut, die Menschen zu erleben, wie sie mit einem Lächeln nach Hause gehen. Sie nehmen etwas mit.

Aus diesem Grunde bin ich für die Gottesdienste im Lockdown, darum gehe ich gern in die Gottesdienste, um den Besuchern zu zeigen, du bist uns wichtig, und wir setzen unsere Hygienekonzepte durch, damit du gesund wieder nach Hause gehen kannst.

Ich wünsche mir, dass wir weiterhin zusammen Gottesdienst feiern können, um diese schwere Zeit gemeinsam zu erleben und uns gerade in dieser Zeit Halt geben können.